Berlin

Street Art Berlin


Als Street Art werden verschiedene, meist nichtkommerzielle Formen von Kunst im öffentlichen Raum bezeichnet, die nach Absicht der Verursacher durchaus dauerhaft dort verbleiben sollten. Unter Street Art versteht man selbst angebrachte Zeichen aller Art im urbanen Raum, die mit einem weiteren Personenkreis kommunizieren wollen. Street Art ist seit ca. 2004 der am häufigsten benutzte Begriff für diese Kunstart, etabliert durch die Medien um diesem Phänomen einen Namen zu geben. Für das Phänomen selbst gibt es mehrere Begriffe, wie etwa “Urban Art” oder „Post Graffiti„. Im Gegensatz zu Graffiti überwiegt oft der Bildteil, nicht das kunstvolle Schreiben/Malen des eigenen Namens.

Entstehung

Im frühen 20. Jahrhundert tauchte an verschiedenen Orasaten der Welt erstmals das auf, was heute als moderne Form der Streetart bekannt ist. In den 1970er Jahren schließlich entwickelte sich im New Yorker Untergrund die von der aufkeimenden Hip-Hop-Bewegung inspirierte Graffiti-Szene. Innerhalb weniger Monate wurde  die zu einer gigantischen Welle, die bis nach Europa herüber schwappte. Die Punks brachten Streetart in ihre Hochburgen London und Amsterdam, von wo aus sie nach West-Berlin gelangte. Street Art BerlinDie Jugendkultur hatte sich etwa zeitgleich zum Hip Hop etabliert.

Viele Street-Artisten kommen aus der Graffitiszene oder Punkszene. Neben Graffiti wird Außenwerbung als nächster Verwandter der Street Art bezeichnet. Im Zuge der industriellen Revolution entstand ein Markt für Werbung in Form von gemalte Reklame an Häuserfassaden. Ebenso wie die Plakat- und Fassadenwerbung hat Propaganda-Kunst stilistische Wirkung auf Street Art.

Kunst

Street Art BerlinDie Künstler bedienen sich verschiedener Medien, welche Marker, Pinsel und Malerrollen, Sprühdosen, Aufkleber, Poster oder weitere sein können. Häufig werden Wände bemalt und beklebt, doch auch Stromkästen, Laternen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln und andere Stadtmöbel, sowie Bürgersteige und Straßen an sich und sogar Bäume werden gestaltet. Dabei beschränkt sich die Streetart im Regelfall auf die Gestaltung von vorhandenen Flächen.

Die Motivation liegt für viele im Spaß an der Sache und der Möglichkeit, das eigene Umfeld visuell mitzugestalten. Streetart wendet sich inhaltlich oft gegen Konsumismus, Kapitalismus und Öffentliche Ordnung. Die meisten Künstler verzichten jedoch auf eine konkrete Botschaft.

Warum Street Art?

Ziel der meist anonymen Künstler ist es, die alltägliche Umgebung ihrer Großstadt in eine bunte Spielwiese zu verwandeln, deren Botschaften in der Kunstform selbst verankert sind. Mithilfe individuellster Medien, wie Schablonen, Farbe, Wolle oder ganzen Objekten erregen Streetart-Künstler nicht nur die Aufmerksamkeit zahlreicher Passanten, vielmehr werden häufig aktuelle Themen künstlerisch kritisiert.

Merkmale von Street Art nach Jan Gabbert (2007)

Street Art sind hauptsächlich Charaktere, Zeichen und Symbole, deren visueller Code eine illustrative, flexible und wieder erkennbare Bildsprache ist:

  • Street Art BerlinStreet Art spielt mit dem urbanen Raum, dem Ort, der Umgebung und dem Vorhandenen
  • Street Art wird in Eigeninitiative autonom hergestellt, ist nicht kommerziell und ist selbst finanziert
  • Street Art autorisiert sich selbst.Beim Eingriff in den öffentlichen Raum wird nicht um Erlaubnis gefragt
  • Street Art ist kostenlos zugänglich und außerhalb etablierter Orte der Kunstvermittlung anzutreffen.
  • Street Art ist ein globales Phänomen

Street Art in Berlin

In keiner anderen Stadt könnt ihr eine solche Vielfalt an Street Art finden wie in Berlin. Der Erfolg der Straßenkunst zeigt, dass es durch Kunst gelingen kann, das Image einer Stadt umzugestalten. Touristen, die jeden Tag in die Hauptstadt kommen, werden längst nicht mehr nur von den Sehenswürdigkeiten, Kneipen und Clubs angezogen, sondern auch von der Kunst, die hier auf den Straßen zu finden ist.

Street Art gelangte in den 1970er Jahren nach Berlin. Die Jugendkulturen Punk und Hip Hop machten sie sich zum Ausdrucksmittel. Heute erfährt Streetart zunehmende Anerkennung in der Gesellschaft.

Geschichte

Street Art BerlinAls Deutschland seine Wiedervereinigung feierte, waren Teile im Osten der Stadt wie leer gefegt. Nach und nach kamen jedoch Künstler, Musiker und junge Kreative nach Berlin, die einen regelrechten Aufschwung bescherten.

Heute ist Street Art wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen reagieren positiv auf die zahlreichen Wandbilder in Berlin. Architekten, Haus- und Einrichtungsbesitzer geben diese explizit in Auftrag. Der Anteil der Werke mit politischen und kritischen Aussagen wird mit der zunehmenden Kommerzialisierung allerdings kleiner.

Neues Urban-Nation-Museum Berlin

Vor rund 2 Monaten eröffnete in Schöneberg ein “Museum, das es gar nicht geben dürfte” – so der offizielle Slogan des Urban Nation. Das “Museum for Urban Contemporary Art” will der Geschichte von Street Art und Graffiti ein Zuhause geben und einen umfangreichen Überblick über das Genre liefern. Hier sollen Räume eingerichtet werden, in denen Künstler aus aller Welt zeitweilig arbeiten können und Zusammentreffen internationaler Street-Art-Künstler organisiert werden.

Yasha Young ist eine renommierte Kuratorin und Galeristin als Leiterin und künftige Museumsdirektorin tätig, die bislang bereits mehr als 190 nationale und internationale Künstler für das neue Museum für Streetart in Berlin gewinnen konnte.

Street Art BerlinInsgesamt versammelt das Museum derzeit Werke von 150 Künstlern und ermöglicht es aufmerksamen Besuchern, individuelle Handschriften draußen im Stadtraum wiederzuerkennen. Dreiäugige Kaninchen deuten zum Beispiel auf den Amerikaner Ron English hin und Comic-Figuren in Gestalt roter Bohnen (“human beans“) auf Dave the Chimp. Mit dem Urban Art Museum hat die vergängliche Kunstform Street Art in Berlin eine permanente Bleibe gefunden.

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